Mehr Interesse am Handwerk
2026 deutlich mehr Abschlüsse von Ausbildungsverträgen
Das Handwerk erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung: Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 67.800 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – 4,9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch ZEIT, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel und WELT greifen diese Entwicklung auf.
Für den Mauerwerksbau ist das eine erfreuliche Nachricht. Aber sie wirft auch eine Frage an die Hochschulen und Universitäten auf: Wie praxisnah ist eigentlich unsere akademische Ausbildung?
Bauingenieure und Architekten müssen Tragwerke berechnen, Bauphysik verstehen und Konstruktionen planen. Gleichzeitig dürfen sie nicht den Bezug zu dem verlieren, was auf der Baustelle tatsächlich passiert.
Genau deshalb halten wir die Tage des Mauerwerks für einen wichtigen Baustein der akademischen Ausbildung.
Studierende mauern selbst, lernen unterschiedliche Produkte kennen und erfahren unmittelbar, was es bedeutet, einen Baustoff tatsächlich zu verarbeiten.
Diese Erfahrung kann kein Skript und keine Simulation vollständig ersetzen.
Wer Mauerwerk plant, sollte wissen, wie sich Mauerwerk in der Praxis anfühlt, wie es verarbeitet wird und wo zwischen Planung und Ausführung Unterschiede entstehen.
Der aktuelle Aufschwung des Handwerks ist daher auch ein Impuls für die Hochschulen: Praxiswissen sollte nicht als Gegensatz zur akademischen Ausbildung verstanden werden, sondern als deren notwendige Ergänzung.
